Aussteiger
Rechtsextremismus und Gewalt im Jugendalter
Die Broschüre möchte Eltern nicht nur informieren, sondern Sie in Ihrer Erziehungsverantwortung unterstützen. Am Beispiel von fiktiven Situationen aus dem Leben eines Jugendlichen ist hier dargestellt, was Eltern tun können, falls ihr Kinder unter den Einfluss rechtsextremistischer Gruppen gerät.
Herausgeber: Landeskommission Berlin gegen Gewalt — Staatliche Einrichtung
Auszug
Rechtsextremistische Gruppen und Cliquen sowie Einzelpersonen geraten immer wieder durch intolerante, menschenverachtende Meinungen und auch durch Gewalthandlungen in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Jugendliche werden erwachsen und finden oft nicht gleich den richtigen Einstieg ins Leben. Sie laufen dann Gefahr, in solche Cliquen zu geraten. Sie machen sich wenig Gedanken über die Konsequenzen ihres Handelns und sehen nicht, dass sie dadurch auch ihre Zukunft gefährden.
„Ein junger Mann von 16 Jahren, eigentlich mehr ein Kind, sitzt in Untersuchungshaft. Er soll zusammen mit seinen beiden Freunden einen afrikanischen Studenten durch Knüppelschläge so schwer verletzt haben, dass er daran verstorben ist. Der 16-jährige wird möglicherweise für mehrere Jahre ins Jugendgefängnis gehen.“ Eine Geschichte aus Deutschland, über die man schnell hinweg lesen könnte: Furchtbar! - Aber was geht mich das an?
„Wie konnte das meinem Kind passieren?“, fragen sich nicht nur die Eltern des Opfers. Wie geht es den Müttern und Vätern der Jugendlichen, die solche Taten begehen: „Er war doch immer freundlich und hat der Nachbarin geholfen! Er ist doch kein Krimineller! Was haben wir nur falsch gemacht? Was hat ihn nur dazu gebracht? Na gut, ich mag auch manche Ausländer nicht und habe meinen Sohn beim Streit schon mal geschlagen, aber deshalb bringt er doch keinen Menschen um!”
Auf viele Fragen werden die Eltern des 16- jährigen Täters vielleicht nie eine Antwort bekommen. Die Tat ungeschehen machen können auch die besten Antworten nicht. Erziehung heißt bei positivem Verlauf, sich hinterher nicht so bittere Fragen stellen zu müssen wie: „Wie konnte das meinem Kind passieren?“ Besser ist sicherlich, sich die richtigen Fragen rechtzeitig zu stellen.
Rechtsextremismus und Gewalt im Jugendalter.pdf
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Landeskommission Berlin gegen Gewalt
c/o Senatsverwaltung für Bildung
Internet: www.berlin-gegen-gewalt.de
